Wann kam der Zucker zu uns?

Bevor im 18/ 19. Jahrhunderts die Zuckerrübe gezüchtet wurde, war Zuckerrohr die einzige Quelle für Zucker. Zuckerrohr war schon im 5. Jahrhundert v. Chr. im ostasiatischen Raum bekannt. Handeltreibende brachten den süßen Saft und die Pflanzen im Laufe der Jahrhunderte in den Nahen Osten und den Mittelmehrraum, wo die Pflanzen um das 1. Jahrhundert n. Chr. heimisch wurden. Man entdeckte, dass der süße Saft kristallisierte.

Alte Rezepte neu entdeckt

So oder ähnlich heißt es in vielen Rezepten aus vergangenen Jahrhunderten. Je weiter wir in der Zeit zurück gehen, um so seltener finden wir Mengenangaben. Gewichte und Maße waren territorial unterschiedlich. Hinzu kommt, daß die Angaben sich in der Regel auf die Größe der Backformen, Kessel, Pfannen, Schüsseln etc. bezogen, die in der jeweiligen "Haushaltung" vorhanden waren.
Bereits die Römer waren Meister im Herstellen von kalten und warmen Tunken (Soßen), wie aus der Rezeptsammlung des Marius Gabius Apicius, zusammengetragen in der Zeit um die Geburt Christi, hervorgeht. Fleisch und Fisch, welches am Spieß oder auf dem Rost gebraten wurde, fehlte eine Soße, in die man es zusammen mit Brot eintunken konnte. Aus Früchten, Gemüse, vielen Gewürzen und Kräutern, Essig, Wein, Honig wurde solche Soßen für Gesottenes und Gebratenes zubereitet.

Hypocras - Gewürzwein

"Hypocras ist ein gemeiner (überall bekannter und allgemein beliebter) Tranck des morgens nüchtern zu trinken, wird in allen Apotheken/ sunderlich winterszeit bereit gefunden/ ..."
... so steht es in einem Buch von Gewaltherdus Ryff aus dem Jahr 1540.
Aronia, auch Apfelbeere genannt, ist eine Wildfrucht mit violett-schwarze Beeren, die bereits von den Indianern Nordamerikas als heilkräftige Pflanze geschätzt wurde. Nach Deutschland kam der Aroniastrauch über Osteuropa und Skandinavien und wird seit den 70er Jahren in Sachsen, inzwischen auch in Thüringen, kultiviert.
Nach Schillers Gedicht Punschlied, "... presst der Zitrone saftigen Stern, herb ist des Lebens innerster Kern..."
Die “Bischoffessenz” von Françouis le Goullon, Mundkoch am Weimarer Hof zur Goethezeit ist die Grundlage für den Goethe Punsch. Im 18. und 19. Jahrhundert stellte man solche Essenzen aus Rotwein und Pomeranzen her.